Altersrückstellungen stiegen 2009 um 10 Mrd. Euro
22. März 2010:
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Altersrückstellungen stiegen 2009 um 10 Mrd. Euro
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Die gesetzlichen Krankenkassen verlangen vom Staat Unterstützung oder von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, die privaten Kranken- versicherungen können dagegen auf einen Erfolg verweisen: Die Alterungsrückstellungen sind 2009 um 10 Milliarden Euro auf 144 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Anstieg von 7,5 Prozent gegenüber 2008. „Die Verlässlichkeit unserer Anlagepolitik erkennt man auch daran, dass die Unternehmen den Rechnungszins seit dessen Einführung im Jahre 1949, also schon 60 Jahre lang, jedes Mal erfüllt haben“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte. „Während die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr fast 16 Milliarden Euro vom Staat benötigen, was einer zehnprozentigen Beitragserhöhung entspräche, kommt die private Krankenversicherung ohne Steuerzuschuss und ohne Schulden aus. Kurz und gut: Wir sind und bleiben eine solide wachsende Branche“, so Schulte weiter.
Der Verband präsentiert weitere Zahlen für das vergangene Jahr:
- Der Netto-Neuzugang in der Vollversicherung lag bei 175.100 Personen. Allerdings sind dabei Sondereffekte aufgetreten: So kann Versicherten, die ihre Beiträge nicht zahlen, seit der letzten Gesundheitsreform nicht mehr gekündigt werden. Sie wären nach altem Recht in der gesetzlichen wie der privaten Krankenversicherung gekündigt worden, was die Netto-Zahlen geschmälert hätte. Außerdem kommen die vorher nicht-versicherten Personen hinzu (2009 wurde die Versicherungspflicht eingeführt), sowie die reinen Anwartschafts-Versicherungen für einen späteren Eintritt in die PKV. Der mit den Vorjahren vergleichbare echte Netto-Neuzugang beträgt 2009 deshalb rund 99.000 vollversicherte Personen.
- Insgesamt waren zum Jahresende 2009 8,81 Millionen Menschen in einer privaten Kasse vollversichert (plus 2 Prozent).
- Hinzu kommen 21,71 Millionen Zusatzversicherungen, 730.000 mehr als 2008 (plus 3,5 Prozent).
- Die Pflegezusatzversicherung verzeichnete einen Zuwachs um 165.100 Personen (plus 12,5 Prozent) auf jetzt 1,48 Millionen Verträge.
- Die Beitragseinnahmen in der Krankenversicherung stiegen auf 29,41 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent), in der Pflegeversicherung auf 2,08 Milliarden Euro (plus 5,7 Prozent).
- Die ausgezahlten Versicherungsleistungen für die Krankenversicherung haben sich auf 20,45 Milliarden Euro erhöht (plus 4,6 Prozent).
„Im Interesse unserer Versicherten kann der überproportionale Kostenanstieg in Zukunft nicht ungebremst so weitergehen“, sagte Schulte. Der Verband fordert deshalb umfassende Vertragskompetenzen, damit die privaten Krankenkassen in Verhandlungen mit allen Leistungserbringern eintreten können. „Wir wollen und müssen wesentlich stärker Einfluss auf die Qualität und die damit verbundenen Mengen und Preise der Gesundheitsleistungen nehmen.“ In der privaten Pflegeversicherung stiegen die Kosten 2009 aufgrund der gesetzlichen Ausweitung der Leistungen auf 0,67 Milliarden Euro (plus 9,1 Prozent).