30. November 2009:
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Trotz steigender Beiträge: Wechsel gut überlegen
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Vielen Privatversicherten sind in den vergangenen Tagen Briefe ihrer Krankenkasse ins Haus geflattert. Die Privaten Krankenversicherungen infor- mieren darin über anstehende Beitrags- erhöhungen ab 1. Januar 2010. Versicherte haben jetzt zwar ein Sonderkündigungsrecht und können sich innerhalb von vier Wochen eine neue Krankenkasse suchen, sollten aber den Wechsel nicht übereilen. Denn es gibt einiges zu beachten:
+ Versicherte, die ihren Vertrag vor dem 31. Dezember 2008 abgeschlossen haben, verlieren ihre
Altersrückstellungen.
+ Das
Eintrittsalter beim neuen Versicherer ist höher, dadurch können auch die Beiträge höher sein.
+ Es findet eine
Gesundheitsprüfung statt, bei der Vorerkrankungen genannt werden müssen und die sich ebenfalls auf die Beitragshöhe auswirken.
Statt die Private Krankenversicherung sofort zu wechseln, sollten Versicherte bei ihrer Kasse nachfragen, ob es
Umstellungsangebote gibt. Außerdem kann man z. B. in einen
günstigeren Tarif mit anderen (weniger) Leistungen wechseln, auf eine
Chefarzt-Behandlung ver- zichten oder die
Selbstbeteiligung erhöhen (Achtung: die Selbst- beteiligung zahlt der Versicherte selbst, einen höheren Beitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber).
Bei aller Aufregung um die Erhöhung der Beiträge sollte beachtet werden, dass in den Medien Zahlen von unterschiedlichen Versicherern und unterschiedlichen Tarifen kolportiert werden, die oft nicht mit dem eigenen Tarif und der daraus resultierenden Erhöhung übereinstimmen. So gibt zum Beispiel die Debeka bekannt, die Beiträge im Schnitt um 5 Prozent zu erhöhen, bei der DKV sind es 8 Prozent, bei der Victoria 6 Prozent und bei der Allianz knapp 3 Prozent (Quelle: Berliner Tagesspiegel). Die Betonung muss dabei auf „im Schnitt“ liegen. Denn es kann gut sein, dass Versicherte ein und derselben Gesellschaft gar keine Erhöhung erhalten oder aber um bis zu 20 Prozent mehr zahlen müssen (je nach Alter, Geschlecht, Tarifoption). Wer keine Mitteilung über eine Beitragserhöhung erhält sollte trotzdem aufmerksam sein, denn es könnte eine versteckte Verteuerung geben, indem der Selbstbehalt angehoben wird.
Die Versicherungen begründen ihre Beitragserhöhungen mit gestiegenen Behandlungskosten (laut PKV-Bundesverband sind z. B. die Kosten von ambulanten Heilbehandlungen zwischen 2006 und 2008 um knapp 17 Pro- zent gestiegen), aber auch die demografische Entwicklung (die Menschen werden immer älter) und die seit Januar 2009 greifende Gesundheitsreform spielen eine Rolle. So gibt es z. B. eine Versicherungspflicht und damit weniger vorzeitige Vertragsauflösungen (im Alter oder bei finanziellen Problemen), wodurch die Altersrückstellungen von vormals Ausgeschie- denen sinken und nicht mehr für die Beitragsentlastung der noch aktiven Versicherten verwendet werden können. Der neu eingeführte Basistarif spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, da im ersten Halbjahr 2009 lediglich 9.800 neue Versicherte in diesem Tarif, der dem Höchstbetrag der Gesetzlichen Krankenversicherung entspricht, hinzukamen. Insgesamt haben rund 98.000 Deutsche in den ersten sechs Monaten 2009 eine neue Versicherung bei einer privaten Kasse abgeschlossen.
Wer überlegt, seiner alten Krankenversicherung untreu zu werden, der kann auf unserem Portal
www.beste-private-krankenversicherung.de unter- schiedliche Anbieter vergleichen und Angebote einholen. Kommt dann wirklich ein Wechsel in Frage, muss der bestehende Vertrag innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Schreibens, mit dem die Krankenkasse die Beitragserhöhnung mitgeteilt hat, gekündigt und ein neuer abgeschlossen werden. Wichtig ist, dass die alte Krankenversicherung erst nach Erhalt der Annahmeerklärung der neuen Versicherung gekündigt wird.